Das erste Haus der Großfamilie Ulherr (Haupthaus) wurde im Jahr 1989 von der jetzigen Heimleitung eröffnet. In Abgrenzung zu klassischen und institutionell geprägten Heimeinrichtungen war es von Beginn an das Ziel, ein möglichst familiäres Umfeld für die Betreuten jungen Menschen zu schaffen. Um dies zu gewährleisten wohnte die Heimleitung seit der Gründung an die 20 Jahre lang mit bis zu 9 Kindern und Jugendlichen zusammen unter einem Dach in Ustersbach.

Der Terminus "Großfamilie" in unserem Namen wurde ursprünglich gewählt, um dieser Besonderheit des familienanalogen Rahmens der Einrichtung Rechnung zu tragen. Obwohl die Einrichtung inzwischen aus 6 Häusern besteht, ist der "Familiengedanke" nach wie vor der rote Faden in unserem Konzept.

Dementsprechend bewohnen die 6 Gruppen jeweils ein Einfamilienhaus mit maximal 2 - 4 Plätzen. Die Betreuungspersonen sind zum Teil innewohnend oder leben größtenteils im nahen Umfeld, wobei ein vergleichsweise hoher Anteil bereits langjährig in der Einrichtung beschäftigt ist. Hieraus ergeben sich sowohl stabile und haltgebende Beziehungen zwischen Klientel und Betreuungspersonen, als auch ein positives Arbeitsklima innerhalb des verlässlich konstant zusammenarbeitenden Gesamtteams.

Die räumliche Nähe der einzelnen Häuser (4 in Ziemetshausen, 2 in Langenneufnach) ermöglicht eine enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gruppen. Geschwisterkinder, die aus pädagogischen Gründen in verschiedenen Gruppen wohnen, können sich, so oft es sinnvoll ist, treffen und gemeinsame Aktivitäten erleben. Dies gilt natürlich auch für befreundete Kinder und Jugendliche aus den einzelnen Häusern.

Die Nähe und die enge, langfristige Kooperation zwischen den kleinen, heimeligen Gruppen, die personelle Konstanz und nicht zuletzt ein gutes Team- und Arbeitsklima lassen ein stabiles Beziehungsnetzwerk entstehen, welches sich durchaus (groß-)familiär nennen darf.